Presseberichte aus der Saison 2018

Aus Bruhrainer Zeitung. Bericht und Foto Kurt Klumpp

Geburtstagsfeier auf einer Baustelle

Immer kurz nach der fünften beginnt in Waghäusel die sechste Jahreszeit – die Zeit der „Wissädalä Duddärä“. Der vor 41 Jahren beim TSV Wiesental gegründete Theaterverein erfüllt durch die Pflege der heimischen Mundart auch einen wertvollen Bildungsauftrag. Regisseur, Ideengeber und zumeist auch Hauptdarsteller ist seit Anfang an Werner Köhler. In diesem Jahr führte der 68-Jährige nicht nur Regie, sondern war auch Autor der musikalischen Mundart-Kömödie „Ä Moads Gschellasch“, was im Schriftdeutschen soviel bedeutet wie „Ein riesiges Durcheinander“.

Und dafür sorgte Werner Köhler mit seiner Geschichte über die Probleme beim Hausumbau, der drei Generationen der Familie Machauer in Atem hält. Dabei benutzte er gekonnt die Prinzipien eines höchst unterhaltsamen Lustspiels, mit Verwechslungen und witzigen Dialogen, authentischen Bühnendarstellern und einem versöhnlichen Finale. Garniert hat Regisseur Köhler sein mittlerweile achtes selbst geschriebenes Theaterstück mit pfiffigen Gesangseinlagen und gelungenen Choreografien.

Dabei achtet der Regisseur auf kleinste Details, benutzt ganz bewusst fast vergessenes Vokabular aus der tiefen Schublade des Wiesentaler Dialekts und sorgt damit bei den jüngeren Besuchern oft für Übersetzungsbedarf. Begeistert waren bei der Premiere in der Halle der Wiesentaler Bolandenschule auch Waghäusels Bürgermeister Thomas Deuschle sowie Dekan Lukas Glocker und Pfarrer Peter Bretl. Sie zeigten, dass Spaß und gute Unterhaltung keineswegs zu den Genusseinschränkungen während der Fastenzeit zählen.

Am Tag vor dem 70. Geburtstag von Opa (Rüdiger Futterer) vergrößert sich das „Gschellasch“ auf der heimischen Baustelle. Die Nachbarsfrau Erika (Gaby Brecht) – neugierig, resolut und streitsüchtig – erwirkt einen Baustopp und treibt die überforderte Architektin (Silke Schönecker) an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Unter der wenig strukturierten Arbeit der beiden Handwerker (Reinhold Brecht und Christoph Brune) sowie ihrem Lehrbub (Celia Linnebach) leiden Hausherrin Anneliese (Silke Futterer) und ihr Mann Bruno (Dirk Milbich), die zudem alle Mühe mit dem etwas vergesslichen Opa haben. Lediglich Enkel Ben (Linus Milbich) kann seinen beamtenfeindlichen Großvater im Zaun halten.

Das „Gschtellasch“ bei Machauers wurde noch größer, als Studienabbrecher Heinz (Bernd Grassel) mit seiner lebhaften Freundin Nena (Chrissi Keilbach) den Wiedereinzug ins Elternhaus plant und die möndäne Schwiegertochter Margit (Carmen Marquardt) aus Köln anreist. Im Auftrag eines Senioreninstituts wird der Siebzigjährige von zwei Damen (Vanessa Kannegießer und Carmen Linnebach) einem Test unterzogen. Für die musikalische Begleitung sorgten Joachim Schönecker, Christoph Brune und Silas Linnenbach.

Kurt Klumpp

BNN 19.02.2018- Text u. Foto: Dietrich Hendel

aus BNN Montag, 15.01.2018: Szenen ganz aus dem Leben
 

Vier Fragen
Neue Spielzeit
Nach Fastnacht startet bei den „Wissädalä Duddärä“ die neue Spielzeit mit „Ä moads Gschtellasch“. Das Stück hat Regisseur Werner Köhler selbst geschrieben.
Der Titel verrät schon, dass auch das aktuelle Stück in Mundart gespielt wird.

 

Worum geht es dabei?
Köhler: Bei der Familie Machauer herrscht „Ä moads Gstellasch“, ein großes Durcheinander. Es wird umgebaut. Auf der Baustelle leben drei Generationen zusammen. Im Stück kommt vieles zusammen: Bauvorschriften, die nerven, eine überforderte Architektin, eine neugierige Nachbarin, eine besserwisserische Schwägerin. Das Ganze zugespitzt und ergänzt durch Musik und Lieder.


Wie kam es zu der Idee?
Köhler: Die Idee zu diesem Stück liegt auf der Hand, vor allem für Menschen, die schon gebaut oder umgebaut haben. Die Vorkommnisse sind geradezu prädestiniert, daraus eine Komödie zu machen.


Warum legen Sie so großen Wert auf Mundart?
Köhler: Mundart war von Anfang an unsere Theatersprache. Theateramateure tun sich leichter in der Sprache, mit der sie aufgewachsen sind. Viele komödiantische Elemente sind in Mundart auch viel publikumswirksamer in Szene zu setzen. Desweiteren dient es auch zur Bewahrung örtlicher Redewendungen, die ansonsten für immer verloren gingen.
Ihre Amateurtheatergruppe ist schon seit über vier Jahrzehnten „im Geschäft“.

 

Wie steht es denn um den Nachwuchs?
Köhler: Wir hatten viele Spieler im jugendlichen Alter. Wir teilen aber das Schicksal vieler Gruppen, dass sich irgendwann die Interessen verlagern. Aber immer wieder bleibt dann doch ein Nachwuchstalent „hängen“. Und so hangeln wir uns durch die Jahrzehnte.
Premiere am Samstag, 17. Februar, 19.30 Uhr, in der Turnhalle der Bolandenschule in Wiesental.

 

Text u. Foto Dietrich Hendel

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