Die Geschichte unseres Mundarttheaters

Im Jahre 2002 feierten die Duddärä ihr 25jähriges Bestehen

 Duddärä senn Leit, wu gähn unn voa alläm viel schwetzä,

ohnä dass si oanärä Leit dodämidd weh doah wollä.

Im Jahre 1977 begann alles. Mit einem für die Weihnachtsfeier des TSV Wiesental einstudierten Theaterstück mit dem bezeichnenden Titel "Das Schicksal packt jeden" wurde der Grundstein  für eine überaus erfolgreiche Theaterarbeit gelegt. Der im Jahre 1984 verstorbene Emil  Tiedemann war der Initiator der Theatergruppe. Von Anfang an stand ihm  mit Werner Köhler  ein Mitstreiter zur Seite, der seit Anfang der 80iger Jahre die Geschicke der Theatergruppe  entscheidend mitgestaltete. Unter seiner Leitung wurde die Wiesentaler Mundart zur  Theatersprache der Duddärä und er hatte ein Gespür für die Inszenierung überaus  erfolgreicher Theaterstücke und seiner Arbeit ist es zu verdanken, dass die Wissädalä Duddärä  aus der Kulturszene von Waghäusel nicht mehr wegzudenken sind.

Ein Bild aus dem Jahre 1978. Das Stück hieß: Die lustige Sängerrunde. Der Dritte von rechts ist der Gründer der Theatergruppe Emil Tiedemann. Auf dem Bild sind weitere ehemalige Duddärägrößen zu sehen:

Von links:Roswitha Maier, Josef Amann, Werner Köhler (immer noch dabei), Emil Tiedemann, Herbert Goebelbecker und Jürgen Zöllner.

Mit der Aussprache des Theaternamens haben viele so ihre Schwierigkeiten und es ist eigentlich nur einem echten „Wissädalä“ möglich , den Namen ohne Verbiegungen zu nennen. Viele fragen natürlich, was ein Duddärä eigentlich ist. Duddärä sind Menschen, die gern und vor allem viel reden und "babblä", ohne dass sie mit dem, was sie sagen, einen anderen verletzen wollen. Hier sind deutliche Unterschiede zum “reedschä" gegeben. Interessant ist auch, dass die Duddärä bis zum heutigen Tag noch nicht wissen, wer der eigentliche Namensgeber für die Theatergruppe  war. Der Theatername wurde im Jahre 1983 durch eine anonyme Umfrage ermittelt und es war bis heute noch nicht möglich, den Urheber ausfindig zu machen. 

Ziel und Inhalt der Theaterarbeit ist es, den Besuchern durch das Spiel auf der Bühne Freude zu bereiten. Die Theatergäste sollen für eine kurze Zeitspanne ihre Alltagssorgen vergessen und nach den Veranstaltungen wird immer wieder bestätigt, dass den Mundartmimen dieses Unterfangen überaus erfolgreich gelingt. Komödien, Burlesken und Bauernstücke kommen zur Aufführung,  natürlich immer wieder mit amüsanter "Ortspolitik" gepaart .

Eine schönen Nebeneffekt erzielt die Theaterarbeit damit, dass die eingespielten Gelder sozial-caritativen Vereinen und Organisationen zur Verfügung gestellt werden. Weit über Hunderttausend Mark konnten so schon in Maßnahmen investiert werden, die vielen Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, zumindest ein bisschen Sonne gebracht haben und darauf sind die Duddärä besonders stolz. Hier erfüllen die Mundartmimen einen ungeschriebenen Paragrafen ihrer Satzung: „Mit Freude anderen Menschen helfen“.

Nach langen Überlegungen kam es im Jahre 1992 zur Vereinsgründung. Desweiteren wechselte die Gruppe von der Sporthalle des TSV Wiesental in die Turnhalle der Bolandenschule und führt seit dieser Zeit dort ihre Theaterstücke auf. Im Volksmund wird die Turnhalle bereits als "Duddärä-Theater" bezeichnet.

Heute besuchen jährlich viele Tausend Gäste die Aufführungen des Duddärä-Theaters. Die Besucher kommen nicht nur aus den drei Stadtteilen, sondern der Einzugsbereich erstreckt sich über einen Umkreis von immerhin 50 km.

Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war das Jahr 1994 als Werner Köhler erstmals in der Vereinsgeschichte ein eigenes Theaterstück verfasste und zur Aufführung brachte. "Heddä schunn gädeeld" wurde von den Gästen begeistert aufgenommen. Inzwischen folgten noch weitere Stücke aus der Feder unseres Regisseurs. Mit „Klassädreffä“ und dem „Neid unnä dä Leit“ konnten die Besucher begeistert werden.

Das Jahr 1997 war für das Ensemble des Mundarttheaters wohl das arbeitsreichste Jahr seiner Geschichte. Der Lauf der Geschichte wollte es so, dass das 20jährige Theaterjubiläum mit der 700 Jahrfeier von Wiesental zusammenfiel.

Natürlich wurde im doppelten Jubiläumsjahr ein weiteres Highlight gesetzt. Nach drei Jahren intensiver Recherchearbeit verfaßte Werner Köhler wiederum ein eigenes Theaterstück, dieses Mal allerdings in einem völlig anderen Metier. Die Geschehnisse um die Badische Revolution, die sich 1997 zum 150. Mal jährte, waren Inhalt des Stückes: Szenen-Lieder-Texte zur Badischen Revolution. Dem Schreiber wurde von kompetenter Seite bestätigt, dass er mit dieser Arbeit die Geschichte treffend dargestellt und dramaturgisch gut umgesetzt hat. Dieses Stück wurde im Jubiläumsjahr insgesamt dreimal vor ausverkauftem Haus gespielt. Den Menschen mit der Theaterarbeit Freude bereiten, bedürftige Menschen mit den eingespielten Geldern unterstützen, bleiben die erklärten Ziele des Duddärä-Theaters. Es bleibt zu wünschen, dass dies noch viele Jahre möglich sein wird.

Hier finden Sie uns:

 

Turnhalle Bolandenschule
Schulstr.5
68753 Waghäusel- Wiesental
 

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